Impuls März 2024
Liebe Schwestern und Brüder,
zu Weihnachten habe ich ein spannendes Büchlein geschenkt bekommen: „Das Café am Rande der Welt. – Eine Erzählung über den Sinn des Lebens.“ Dieses Büchlein, das vom amerikanischen Schriftsteller John Strelecky geschrieben wurde, handelt von einem gestressten Manager namens John, der in einem Café kurz Rast machen will. Doch anstelle der Speisen findet er im Menü drei Fragen: „Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?“ Mit diesen Fragen beginnt für John eine Reise zum eigenen Selbst, die seine Einstellung zum Leben und zu seinen Beziehungen verändert.
Die österliche Bußzeit, die Fastenzeit, ist für uns Christen eine solche kurze Rast, die uns auf das Osterfest vorbereiten und uns auf dem weiteren Lebens- und Glaubensweg stärken will. Wir alle sind eingeladen, auf etwas zu verzichten (etwa auf Speisen), aber nicht um mit einer Leere oder der Erfahrung eines Mangels konfrontiert zu werden, sondern um Zeit zu haben, uns mit den wirklich wichtigen Fragen auseinanderzusetzen: „Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?“
Vielleicht ist eine neue Perspektive notwendig? Vielleicht muss ich in manchen Dingen neue Wege suchen? Eine Korrektur vornehmen? Vielleicht möchte ich mich bei jemandem entschuldigen? Eine Beziehung neu aufleben lassen oder doch beenden?
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich diese Auszeit, diese kurze Rast, die sich Fastenzeit nennt, gönnen. Und sollten Sie beim Nach- und Umdenken (was „Umkehr“ bedeutet) mehr Zeit brauchen, so macht das nichts – es sind ja 40 Tage und 40 Nächte, die im Kirchenkalender dafür reserviert sind; hinzu kommen noch die Sonntage…
Kirill Buslov, Kaplan

