Das Kolumbarium Hl. Herz Jesu wird zehn Jahre alt

Neue Lebensformen bringen auch neue Bestattungsformen mit sich

Die erste Urnenbegräbniskirche in Hannover-Misburg ist seit zehn Jahren ein Erfolgsmodell. Im Kolumbarium Hl. Herz Jesu werden die Urnen Verstorbener in eleganten, hohen, gläsernen Konstruktionen, sogenannten Himmelsleitern, für jedermann sichtbar aufbewahrt. Das zehnjährige Bestehen wird am Freitag, 21. Februar, ab 18 Uhr mit einem besonderen Gottesdienst gefeiert.

Fast auf den Tag genau zehn Jahre zuvor hat der damalige Bischof Norbert Trelle das Kolumbarium Hl. Herz Jesu geweiht und eröffnet. Wenn zu den Öffnungszeiten die Pforten der ersten Urnenbegräbniskirche in Hannover geöffnet werden, sieht für die Angehörigen der dort beigesetzten Verstorbenen und die Besucher alles nach Routine aus. Die Blumen in den Vasen an den gläsernen Grabstellen sind hergerichtet und mit frischem Wasser versorgt, Grablichter stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung. Eine ehrenamtliche Trauerbegleiterin ist beim Einstellen von Blumen behilflich und stets für einen Gedankenaustausch ansprechbar, während im Hintergrund leise Musik erklingt.

Jeden Freitag um 18:00 Uhr können die Angehörigen neben ihren Verstorbenen die heilige Messe feiern. Dennoch ist seit der Eröffnung des Kolumbarium Hl. Herz Jesu vor zehn Jahren kein Tag wie der andere gewesen. „Bei jedem Gespräch und bei jeder Beisetzung lernen wir mehr darüber, was die Menschen bewegt, wenn sie über ihren eigenen Tod nachdenken, oder um einen geliebten Menschen trauern“, sagt Geschäftsführer Johannes Kollenda.

Bestattungskultur im Wandel

Mittlerweile liegt der Anteil der Feuerbestattungen in Hannover bei über 80%. Ursachen dafür finden sich vor allem in der Globalisierung der Arbeitswelt: Junge Menschen ziehen der Arbeit hinterher, zurück bleiben deren Eltern mit der Frage, wer sich einmal um das Grab kümmern wird. Urnenbestattungen bieten sich dabei als Lösung an. Daher verwundert es auch nicht, dass immer mehr Menschen ihre Beisetzung schon zu Lebzeiten regeln. Von den über 600 verkauften Grabstellen im Kolumbarium Hl. Herz Jesu sind rund 300 Plätze bereits zu Lebzeiten erworben worden.

Auch im Tode vom Leben umfangen

Der Tod gehört zum Leben, aber was bleibt vom eigenen Leben nach dem Tod? Wird sich überhaupt noch jemand an mich erinnern? Das Kolumbarium Hl. Herz Jesu hat es sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, ein Ort zu sein, an dem Lebende und Verstorbene sich verbunden fühlen können: Mit Gedenkgottesdiensten, Hochzeiten, Taufen und kulturellen Veranstaltungen bleiben die Verstorbenen mitten im Geschehen.

Aus der Not zum Erfolgsmodell

Vor mehr als zehn Jahren sah die Zukunft für die ehemalige Pfarrkirche noch düster aus: Mit der Untersuchung des Bistum Hildesheim über die Zukunft der Kirchen im Jahr 2008, gehörte Hl. Herz Jesu zu den 50 Kirchen der Diözese, die schon mittelfristig nicht mehr zu finanzieren waren. Während die meisten der betroffenen Kirchen mittlerweile abgerissen oder verkauft wurden, erhielt die Katholische Pfarrgemeinde St. Martin Hannover-Ost die Chance, den denkmalgeschützten Kirchort in ein finanziell selbst tragendes Kolumbarium umzubauen. Auch wenn es zum damaligen Zeitpunkt so gut wie keine Vorbilder gab, hat sich das Konzept des Kolumbarium Herz Jesu als wirtschaftlich erfolgreich herausgestellt: Von insgesamt 1300 Urnenplätzen sind nach zehn Jahren über die Hälfte verkauft.

Jeder, der eine christliche Beisetzung wünscht, kann im Kolumbarium Hl. Herz Jesu beigesetzt werden. Die Gebühren für 20 Jahre Ruhezeit betragen je nach Lage der Grabstelle in den Himmelsleitern zwischen 2.900 und 3.200 EUR.

Öffnungszeiten des Kolumbariums:

Dienstag: 15:00 - 17:00 Uhr

Mittwoch: 10:00 - 12:00 Uhr

Freitag: 17:00 - 19:00 Uhr

Samstag: 10:00 - 12:00 Uhr

Sonntag: 14:00 - 17:00 Uhr

Ansprechpartner im Kolumbarium Hl. Herz Jesu:

Johannes Kollenda

Tel: 0511 95926-0

Max-Kuhlemann-Str. 13

30559 Hannover

www.kolumbarium-hannover.de

eMail: info@kolumbarium-hannover.de